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Kurse für Orientierungsreiten am 8. - 9. September 2007 in Grub i. Wienerwald. Ein Bericht von zwei Pferden, die am OR Kurs teilgenommen haben: ************************************************************ Hallo! Dürfen wir uns kurz vorstellen? Wir sind Neisti und Medina, ein Isländer und eine Araberstute die bis zum 7. September 2007 ein gemütliches Leben führten. Wir leben in einer großen Herde in Offenstallhaltung und manchmal dürfen wir ausreiten gehen oder eben ein wenig im Viereck arbeiten. Jetzt werdet ihr euch fragen welch interessante Wandlung unser Leben gemacht hat? Tja, eines Freitag abends kommen glatt unsere beiden Betreuerinnen mit einigen komischen bandartigen Wollteilen. Schon begann das Unumgängliche: Trotz zappeln und scharren und dem Versuch diesen doch recht unangenehmen Wickeleien um unseren Beinen zu entgehen schafften die beiden es mit vereinten Kräften uns diese Dinger anzulegen. Die nächste Übung fiel uns um einiges leichter, denn da ging es blos darum langsam in den Hänger zu steigen. Kein Problem, denn vor einigen Tagen konnten wir darin schon leckere Karotten verdrücken. Kein Wunder somit, dass wir rasch in demselben standen und uns über die Leckerbissen freuten. Eigenartigerweise wurde dann unser Einstieg barrikadiert und los ging es. Wir genossen eine wunderschöne Fahrt über kurvige Bergstraßen bis wir etwa eine ¾ Stunde später wieder aussteigen durften. Interessante Gerüche begegneten uns. Schon bald entdeckten wir andere Pferde und eine komplett andere Umgebung. Renate und Astrid führten uns in große Boxen mit gutem Heu und verabschiedeten sich schon bald wieder. Aufgeregt was uns hier widerfahren könnte erwarteten wir bereits den kommenden Morgen. Kaum hatten wir unser morgendliches Heu gefuttert standen die beiden schon interessiert vor unseren Boxen. Ohje, da waren sie schon, die Sättel. Eine Stunde später befanden wir uns auf einem Platz voller Hindernisse. Was sollte das nun? Die neue Umgebung war spannend genug. Wir konnten uns kaum orientieren da standen schon Hindernisse herum. Die Aufregung stieg. Viele andere Pferde waren dabei. Einige waren auch besonders nervös. Interessant. Nach einem Aufwärmtraining stolperten wir über die ersten Cavaletti. Sagte ich stolperten? Gar nicht wahr. Vielleicht über den ersten aber dann machte die Sache langsam mehr und mehr Spaß. Martin Lasser, der Trainier dieser Übung motivierte Reiter und Pferd und Spaß kam bei dieser Übung auch nicht zu kurz. Bald schon verließen wir diese Übung und hatten die Ehre durch Stangen im Slalom zu laufen, ein Labyrinth zu bewältigen, in einem Kreis ruhig zu stehen- hab den Sinn nicht ganz verstanden, aber man konnte fressen-, zwischen 2 Stangen rückwärtsrichten und uns einigen anderen Aufgaben zu stellen. Dabei unterstützte uns Martin Zeiml tatkräftig. Aber- ehrlich gesagt- waren wir hier schon etwas müde. Da kam die angesagte Pause gerade richtig um uns etwas zu entspannen und ein bisschen Gras zu zupfen. Doch vorbei war es noch lange nicht. Weiter ging es mit Bergauf und Bergabsprüngen, einem farblich interessanten Tor, das nicht unbedingt unser Freund werden wollte und einer gefährlichen Furt. Die Furt hatte etwas abstoßendes, angsteinflößendes, einfach etwas wo man sich doch nicht etwa nass machen müsste.….. Aber so schlimm war es gar nicht. Mit Renate/Astrid am Rücken und Karin Zeiml auf der Seite trauten wir uns schnaubend immer etwas näher bis der erste Fuß drinnen war. Dann ging alles ganz schnell und einfach….. platsch platsch platsch schon war man durch. Und das tolle an der Sache: für jeden Schritt wurde man gelobt und aufgebaut. Die Brücke bewältigten wir in dieser Station eigentlich auf Anhieb und auch die Hängendenäste stellten kein Problem dar. Schon war es wieder zu Ende. In der Box bekamen wir Mittagessen und ein wenig Ruhe um am Nachmittag- unerwarteter Weise- fortzusetzen. 14:00. Der Sattel lag auf unserem Rücken. Auch die anderen Pferde machten sich bereit. Schnell noch die letzte Karotte verdrückt und schon standen wir in 2 verschiedenen Gruppen. Auf unseren Rücken wurschtelten sie mit Karten und Kompass. Schon ging es los, eine Straße hinunter und ab in den Wald. Während wir Pferde die Umgebung genossen - die Wege waren sehr abwechslungsreich - interessierten sich unsere Getragenen bloß für ihre komische Karte. Schon standen wir an einer Weggabelung. Was sollten wir hier? Wieso geht’s nicht weiter? Welchen Weg sollen wir nehmen?? Die Karte knistert, der Kompass baumelt, es wird heftig diskutiert. Nach geschlagenen 5 Minuten konnten wir unseren Weg fortsetzen. Hierbei muss ich anmerken, dass die Karte vielleicht doch ganz gut war, denn wir hätten uns für den anderen Weg entschieden. Juhuuuu schon ging es im gestreckten Galopp über Feldwege. So macht reiten wirklich Spaß! Leider hatte auch dieser Ritt ein Ende. Höchstmotiviert bemerkten wir gar nicht wie KO wir schon waren. Ein leckeres Abendmahl in der Box neben unseren erschöpften Kollegen brachte einen netten Ausklang. Sonntag, 8 Uhr früh: „So selten stehen die zwei so früh auf.“ wieherten wir uns gegenseitig zu. Und kaum zu glauben, aber etwas verschlafen wankten wir um 9 Uhr bereits wieder zur Springwiese. Das Programm lief etwa gleich ab wie am Tag zuvor. Vorteile zeigten sich einige. Wir waren weniger nervös und konnten uns noch gut an die einzelnen Übungen erinnern. Immerhin hatten wir letzte Nacht viel Zeit darüber nachzudenken. Ehrlich gesagt machte die Sache so noch mehr Spaß und nachdem wir viel gelobt wurden wussten wir dass wohl auch unsere Mädls mit uns zufrieden waren. Anstrengend war es trotzdem, aber wir wussten ja jetzt schon wo wir unsere Energie sparen konnten ;-) Der Nachmittag kam schneller als erwartet. Zu zweit ging es los. Scheinbar ein Bewerb. Die Mädls malten eigenartige Striche auf einer Karte während wir verblüfft daneben standen. Verwundert über einige Symbole auf der Karte ritten wir los. Wir liefen über den Übungsplatz vom Vormittag und - nach unserem ersten falschen Abzweiger retour- über Wiesen und Karrenwege, zu einem Pfeil. Bei diesem Pfeil trafen wir einige anderen Gruppen die hier herumirrten. War das eine Falle???? Gott sei dank rafften sie sich wieder zusammen, nordeten die Karte ein und schlussendlich fanden wir doch noch den ersten Kontrollpunkt. So kämpften wir uns gegen die eingebauten Gemeinheiten bis zum Schluss durch. Endlich geschafft- Stall in Sicht! Ab zum Fressen, diese Anstrengungen reichen schon wieder. Und so war es schlussendlich auch. Die selbe Prozedur mit den bandartigen Wollteilen, abermals das Einsteigen in den Hänger. Ging es wieder nachhause? Jetzt wo wir uns eingewöhnt hatten, neue Freundschaften mit den anderen geschlossen hatten? Kaum kamen wir in unserem Hof an wieherten wir los, unsere Herde antwortete begeistert und nachdem wir ausgestiegen waren und unsere Bandagen abgeworfen hatten ging es mit unserer Herde zum Entspannen und wieder einleben auf die Koppel. Jetzt, wo wir einige Nächte über dieses Wochenende schlafen konnten müssen wir zugeben, dass wir diese Herausforderung genossen haben. Die Übungen könnten wir uns für zu hause als Abwechslung auch gut vorstellen und jetzt- wo wir schon sehr bemüht sind- vielleicht können wir nächstes Jahr doch wieder so einen Kurs gemeinsam besuchen???? Neisti und Medina ******************************************************** Vielen Dank für diesen Bericht an Astrid Hartig u. Renate Deimel !!!!!!!!!!
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