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Aus der Taufe gehoben…

…wurde heuer das Orientierungsfahren mit der Kutsche auf internationaler Ebene und die österreichischen Kutschenteams ließen aufhorchen. Ein Team aus Niederösterreich war mit dabei!

Im Rahmen der WM/EM im Orientierungsreiten schrieb das Veranstalterland Frankreich heuer auch erstmals ein internationales Turnier für Orientierungsfahren aus. 41 Kutschen¬teams aus Frankreich, Italien, Schweiz und Österreich trafen sich in LaMotte Bouvron, südlich von Orleon auf der zweit größten Pferdesportanlage von Mitteleuropa.

Fünf österreichische Teams waren mit dabei – davon vier aus Oberösterreich und eines aus Niederösterreich – wobei sich die Niederösterreicher erst vier Wochen zuvor gefunden haben! Der langjährige Kutschenfahrer und Orientierungsreiter Hannes Klauner hatte die erfahrene TREC-A-Reiterin Ingrid Gampe-Benedict als Navigatoren angeheuert und nach einem gelungenen Debut in Schönau wurde Nadir im Einspänner kurzerhand für Frankreich nachgenannt!

Zwei Tage vor Turnierbeginn kam der ganze Tross nach zweitätiger Fahrt an. Wir richteten uns gemütlich im Fahrerlager ein und gemeinsam mit den Orientierungsreitern ging´s ans Studieren der französischen Karten und den letzten Schliff im Umgang mit Koordinaten – Baby Dana war immer mit dabei!

Jeden Tag wurde eingespannt und die Gegend anhand der Karte erkundet – und wenn sich Ein-, Zwei-, und Vierspänner auf den Weg machen – dann ist schon was los im Lager! Bei jeder Trainingsfahrt wurde die Zusammenarbeit von Nadir, Hannes und Ingrid geschmeidiger! Da es noch leichte Unsicherheiten über bestimmte PTV-Hindernisse gab organisierte Franz Holzmann – unser Team-Chef - kurzerhand einen französischen Fahrrichter, der uns mit den Besonderheiten des französischen Kutschen-TREC-Reglements vertraut machte.

Am Freitag war zuerst der Vet-Check angesagt und danach die Materialkontrolle. Nach eifrigem hin und her tauschen mit den Reitern hatten wir dann doch alles beieinander! Die Eröffnungsfeier war sehr stimmungsvoll! Am nächsten Morgen war die PTV-Begehung angesetzt. Einige der Hindernisse kannten wir nur vom Papier – gefahren sind wir sie nie! Aber was soll´s, TREC ist eben Abenteuer! Am Nachmittag war dann Hannes und Nadir in der PTV gefordert – gut erkennbar an dessen nervös angespanntem Gesicht. Aber die PTV war schön gebaut und Nadir arbeitete gut. Wir erreichten fast unser hochgestecktes Punkteziel!

Sonntagmorgen starteten die Kutschen auf die POR. Hannes waren unheimlich entspannt….aber jetzt war Ingrid die Anspannung ins Gesicht geschrieben. Die POR führte mit moderatem Tempo durch ebene Waldgebiete auf gut fahrbaren Wegen. Doch kurz vor Streckenende wurden wir über einen kaum fahrbaren Holzschlag mit Baumstümpfen durchs Gebüsch geschickt - natürlich mit einem Kontrolltor ausgestattet. Alle österreichischen Kutschen blieben an dieser selektiven Stelle dank der guten Orientierer fehlerfrei – und dank der guten Gespanne und Gespannfahrer Unfallfrei! Hannes meinte: “So was bin ich noch nie gefahren!“

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: In allen angetretenen Klassen waren die österreichischen Orientierungsgespanne vorne mit dabei. Hannes Klauner und Ingrid Gampe-Benedict belegten den 3. Platz in der Einspännerklasse und so nahmen wir in der Kutsche an der stimmungsvollen Siegerehrung teil. Gemeinsam mit den Reitern ging nach diesen Erfolgen im Fahrerlager bist spät in die Nacht die Post ab!

Waren sich die österreichischen Orientierungs-Fahrer vor diesem Turnier nicht sicher, wo sie international standen, so wissen wir jetzt: wir sind vorne mit dabei.